Das war knapp im Fahrwasser

Endlich passt einmal alles – Wetter, Wind (Richtung und Stärke). So können wir doch wunderbar Urlaub machen. Leider trübt die Lage des Ausgangshafens die Freude ein wenig, denn wir müssen uns heute schon in eine Position bringen, die es uns erlaubt, bis spätestens Samstag abend wieder im Hafen zu sein. Da die dort ansässige Tankstelle allerdings Samstag mittag schließt, blieb uns nichts anderes übrig, als am Freitag wieder den Weg nach Barth anzutreten.

Wir genießen einen schönen Segeltag – fast durchgehend vor dem Wind geht es den Strelasund hoch und dann weiter in Richtung Barhöft. Unser Weg führt uns also durch das Fahrwasser, was uns auf dem Hinweg das erste Mal vor die ein oder andere Herausforderung gestellt hat. An Steuerbord stehen die Möwen stellenweise im Wasser und man achtet penibel darauf, dass man nicht die Fahrrinne verlässt. Auf den Vorwindkursen merken wir, dass die Segel der Feeling sehr eigenartig stehen. Schmetterling vor dem Wind? Keine Chance, die Fock will rüber. Lediglich wenn die Windex anzeigt, dass der Wind ca. 15 Grad vorlicher als achteraus kommt, gelingt das Schmetterlingssegeln. Alle Versuche, den Trimm zu ändern schlagen leider völlig fehl. Dennoch genießen wir den Weg nach Barhöft, vorbei an vielen schönen Ecken des Naturschutzgebietes.

Sehr schnell ist Barhöft, unser Ziel des heutigen Tages erreicht. Uns war bekannt, dass am roten Tonnenstrich die maximale Tiefe bei 1,90m liegt und man sich am grünen Tonnenstrich entlang hangeln soll. Das machen wir auch, bekommen jedoch zwischenzeitlich leichte Panik, denn auf einmal ärgern wir uns über die unterschiedlichen Angaben in den Charterpapieren – je nach Dokument haben wir 1,85 oder 1,45 Meter Tiefgang und die Logge springt auf einmal unter die 2 Meter und runter bis auf 1,70. Damit wäre dann die Frage nach dem Tiefgang auch geklärt und das Schiffszeugnis wird wohl den richtigen Tiefgang in den Papieren haben.

Im Hafen angekommen dann die nächste Premiere für uns. Heckbojen – für uns etwas ganz neues. Das Anlegemanöver klappt wunderbar und bei der Anmeldung beim Hafenmeister kommt der Hinweis: „Bei Heckbojen macht man hinten nur an einer Boje fest.“ Dinge, die man erst in der Praxis lernt und nicht beim Segelschein.

Kurz nach dem Anlegen dann die nächste Überraschung: Was kommt denn da aus Richtung Hiddensee? Begleitet von zwei Schleppern biegt vor dem Hafen Barhöft das Minensuchboot Ensdorf (M 1094) in das Fahrwasser Richtung Stralsund ein. Was haben wir ein Glück, denn in dem stellenweise nur ca. 15 m breiten Fahrwasser wäre eine Begegnung mit dem 9,20m-Kollos alles andere als erstrebenswert gewesen.

Barhöft ist ein extrem ruhiger, idyllischer und schöner Hafen mitten im Nationalpark. Ein kurzer Ausflug auf den Aussichtsturm Barhöft lohnt sich und man kann den wunderschönen Blick über Darß, Zingst, Stralsund und Hiddensee genießen. Auch die ortsansässigen Fischer verkaufen ihre Fänge (Flundern und Schollen) zu extrem günstigen Preisen, so dass auch ein leckeres Abendessen an Bord möglich ist. Der Versorgungskatamaran für den Windpark Baltic 1 und die Lotsen erwartet man nicht unbedingt in dieser Umgebung, jedoch sorgen sie für spannende Abwechslung in diesem schönen Hafen.

 

Wetterdaten, 25. August 2016
Wind: 2-3 Bft.
Windrichtung: S / SO
Bewölkung: 0
Welle: 0,0-0,1
REisedaten, 25. August 2016
Ablegen: 11:00 Uhr
Anlegen: 13:00 Uhr
Ausgangsort: Altefähr
Zielort: Barhöft
Entfernung unter Motor: 1sm
Entfernung unter Segeln: 8 sm
Gesamtentfernung: 9 sm
Reiseentfernung (davon segelnd): 44 sm (38 sm)

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