Endlich richtig schön segeln….

Ein toller Segeltag! Und das auf dem Stettiner Haff!  Wieder geht es (relativ) früh los. Vor der Abfahrt hatten wir noch versucht Fisch bei der Fischereigenossenschaft zu kaufen, die Herren hatten mich auch verstanden, hatten aber nur noch Aal, den ich wiederum nicht wollte. Nicht so ganz unser Ding. Alle anderen Fänge standen dort schon fertig ausgenommen im Eis in Kisten abgepackt, davon durfte ich leider nichts mitnehmen. Der Wind meint es heute besser mit uns, wir hatten uns das Ziel offen gelassen, je nach Windrichtung entweder Ueckermünde oder Swinemünde. Die Wettervorhersagen hatten sich für die nächsten Tage gegenseitig in den Prognosen überboten was Windgeschwindigkeiten und Regenmengen betraf. Somit war klar, dass wir vorerst in dem Zielhafen bleiben werden und von dort aus auch nach Berlin zurückmüssen für unseren kleinen Zwischenstop in der Heimat in der nächsten Woche.

Die Entscheidung für Swinemünde fiel unterwegs, als wir uns überlegt haben, dass wir Swinemünde und Usedom noch nicht kennen, in Ueckermünde aber schon mal in grauer Vorzeit ein Boot ausgeliehen hatten (2013, kurz nach dem Segelkurs) und das Örtchen jetzt nicht ganz so überzeugend rüber kam. Könnte ggf. auch an dem Bootsverleiher und den Machosprüchen gelegen haben.  Also auf nach Swinemünde. Der Wind meinte es gut mit einer 2-3 zunächst am Wind, dann halben Wind, der Kleine fand es in der Federwiege super, es hat in den sehr moderaten Wellen schön geschaukelt und er hat selig geschlafen. Passend in der Einfahrt der Swine treffen wir unseren Freund, den Bagger von gestern wieder. Wohin fährt er diesmal? In der Einfahrt der Swine bleibt er an Ort und Stelle und fängt an zu baggern. Na toll. Zum Glück ist es hier weitläufig und auch tief genug, wir fahren mit genügend Abstand vorbei.

In der Swine schläft dann der Wind fast ganz ein, so dass wir wieder rekordverdächtige 1,0 kn auf dem Tacho stehen haben. So kommen wir leider nicht ans Ziel, auch wenn es noch früh am Tag ist und gerade erst kurz nach Mittag.  Nach einigem rumdümpeln werfen wir also wieder den Motor an und motoren vorbei an Schwan-Horden und vielen vielen Reihern, die am Ufer sitzen oder umher fliegen. Toll! Natur pur! Genau das, was wir wollten. Im Gebiet rechts der Swine kann man einige Bäume sehen, die schwarz sind von Vögeln. Die Kulisse ist entsprechend. Großartig! Nach dem ersten Teilstück fahren wir um eine Kurve und sehen von weitem den ersten Fähranleger. Hier wird der Wind schon wieder mehr, der geschützte Bereich ist offensichtlich vorbei.  Natürlich fährt in diesem Moment eine Fähre vom rechten Ufer los und wir rätseln kurz, wohin sie wohl fährt. Sehr schnell ist klar: sie fährt rüber, auf unsere linke Seite, gleichzeitig fährt eine andere Fähre in die entgegengesetzte Richtung. Also auch hier: nichts wie weg! Ein bisschen das Gas am Motor hochgedreht und weg sind wir.
Eine weitere Kurve später und wir sind eingetaucht in eine andere Welt. Industriehafen, riesige Ostseefähren, Schlepper, Schiffe der polnischen Marine, etc., etc.  Genauso gewandelt hat sich auch das Wetter. Was vorher noch ein rumdümpeln in der Sonne ohne Wind war, ist jetzt eine stramme 7 von vorne, nur die Sonne war noch da, hat aber in dem Moment auch nicht mehr geholfen.  Auch hier behält man die großen Pötte und Fähren besser genau im Blick. Unser Ziel, die Marina Swinemünde, liegt für unsere Strecke heute am anderen Ende von Swinemünde, zur Ostsee hin gelegen. Wir erreichen die große und moderne Marina, die noch einige viele Plätze frei hat. Eine Box ist neben zwei bekannten Booten frei, die wir schon im AZS getroffen hatten. Wir entscheiden uns kurzerhand für diese Box und legen bei immer noch ziemlich viel Wind an. Als unsere Stegnachbarn kurz später wieder zum Boot kommen, kennt man sich sogleich und berichtet gegenseitig von den letzten beiden Tagen. So gesehen ist die Welt hier eher klein.

Schönes Segeln auf dem Haffl

    Die Swine von ihrer schönen Seite

Nach dem Ankommen unternehmen wir die erste Runde durch Swinemünde. Von dem strammen Wind im Hafen und beim Anlegen merkt man hier rein gar nichts mehr. Während des Abends sehen wir immer wieder die großen Fähren, die aus Richtung Ostsee kommen oder in diese Richtung fahren. Faszinierend, denn solch eine Kulisse sind wir ja eher nicht gewohnt.

 

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