Ab auf die Absprungschanze

Schaprode war nur eine Übergangslösung für eine Nacht. Noch am Abend entscheiden wir entsprechend der Wetterdaten, dass wir erst einmal nicht quer über die Ostsee nach Dänemark fahren, sondern Barhöft das nächste Ziel sein soll, als Ausgangspunkt für Warnemünde. Und wenn das nicht klappt, können wir von Barhöft immer nach Stralsund abhauen, um uns mit Proviant einzudecken. Der Wind dazu steht gut, so dass wir morgens nach kurzem Frühstück uns klar machen zum Ablegen. Die Hafeneinfahrt ist diesmal unser Freund, es sind auch keine Fähren in Sicht.

Der Wind wird unterwegs immer stärker aber wir können die Segel setzen. Die alte Genua rollen wir bald ein, nur mit diesem Segel ist das Boot irgendwie instabil bei dem Wind und den Wellen. Und das war noch nicht wirklich viel Welle auf dem Bodden. Nur mit Großsegel fahren wir im Fahrwasser nach Barhöft, erst kurz vor der Hafeneinfahrt bergen wir das Segel.

Mit reichlich Rückenwind fahren wir das letzte Stück Richtung Hafen. Der Tiefgang, der uns im letzten Jahr mit der Nauke noch einiges Kopfzerbrechen bereitet hat, ist heute ganz entspannt. Ca. 1 m unterm Kiel an der flachsten Stelle reichen völlig aus. Das Anlegemanöver an der Mooring-Boje ist da schon etwas fieser, Thomas probiert das erste Mal den Mooring-Haken aus und verfehlt prompt die Boje, dem Seitenwind sei Dank. Vorne haben wir netterweise Hilfe beim Festmachen, die beiden Stegnachbarn halten unser Boot sicher vom Steg weg. Ich gebe den Backbord-Festmacher von hinten unserem Nachbarn auf den Bootshaken und er zieht uns gegen den Wind ran. So kann es gehen! Die Mooring-Boje ist nun unsere und wir können entspannt festmachen und den nächsten Booten helfen, die auf einmal in Scharen in den eben noch ziemlich leeren Hafen eintrudeln. Kein Wunder, dass der Hafenmeister von einer Erweiterung des Hafens um 90 Liegeplätze im nächsten Herbst sprach.

Wir bauen am Abend schnell noch die Kuchenbude auf, denn auch hier heißt es mal wieder: wir sind gekommen um zu bleiben. Zumindest den nächsten Tag wollen wir noch abwarten, was das Wetter macht, denn es ist Regen mit zu viel Wind für uns aus West angemeldet. Für die Tour nach Rostock jetzt nicht unbedingt Traumbedingungen.

Am nächsten Tag präparieren wir uns für die längere Tour Richtung Rostock. Da das Wetter doch nicht so oll ist wie angesagt, gehen wir noch kurz an den Mini-Strand, bewundern den Prototypen der neuen Hanse 548, die dort an der Hafenmauer für ein Fotoshooting festgemacht liegt, baden den Kleinen und gehen nach kurzem Schnack mit den Stegnachbarn früh schlafen. Morgen geht es früh los!

Wetterdaten,  22. Juli 2017
Wind: 3-6 Bft.
Windrichtung: SW
Bewölkung: 2/4
Welle: 0,3
Reisedaten, 22. Juli 2017
Ablegen: 10:30 Uhr
Anlegen: 13:55 Uhr
Ausgangsort: Schaprode
Zielort: Barhöft
Entfernung unter Motor: 0 sm
Entfernung unter Segeln: 14 sm
Gesamtentfernung: 14 m
Reiseentfernung (davon segelnd): 293 sm (137 sm)

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