Auf in den Kurort!

Nach der wetterbedingten Zwangspause haben wir den Folgetag in Rostock genutzt, um unseren Proviant wieder aufzustocken (Reisetipp: die großen Handwagen vom Yachtclub Hohe Düne passen sehr exakt durch den Kassenbereich des Edeka in Warnemünde City, man kann damit neun 6er-Packs Wasser plus weitere Einkäufe transportieren, sollte aber auf dem Weg zur Fähre über den neuen Strom den Ausschilderungen für Rollstuhlfahrer folgen, da man mit dem Wägelchen nicht treppengängig ist). Am Nachmittag haben wir dann Rostock-City, also die Altstadt etwas erkundet. Eine schöne, recht ruhige Universitätsstadt, was man am Altersdurchschnitt dort deutlich merkt.

Heute dann ging es endlich weiter. Länger musste der Aufenthalt in Warnemünde nun auch nicht sein. Kühlungsborn, ein Kurort in der näheren Umgebung sollte das Ziel sein, was wir auch locker erreicht haben. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, es ist passendes Segelwetter, etwas bewölkt, aber nichts besorgniserregendes. Wir fahren am Wind, weil wir nicht durch das ausgewiesene militärische Übungsgebiet wollen und so der Weg auch entsprechend kürzer wird. Spannend ist insbesondere, dass ca. 1 Meile vor uns eine größere Bavaria fährt – auf dem gleichen Kurs und für sie hoch am Wind, so dass gelegentlich die Genua einfällt. Unsere kleine Schwedin hat zu diesem Zeitpunkt noch sicherlich 10 bis 15 Grad Reserve.

Als wir kurz vor Kühlungsborn sind (der Ort ist schon lange in Sicht) zieht es sich dort zu und fängt so an zu regnen, dass man den Ort nicht mehr sieht. Na toll, das hat uns gerade noch gefehlt. Da es in solchen lokalen Regengebieten schnell mal zu fiesen Böen kommen kann und wir ohnehin kurz vorm Ziel sind, entschließen wir uns, die Segel schon runter zu nehmen und das letzte Stück unter Motor zu fahren. Eine gute Idee, denn tatsächlich hat das kleine Regengebiet einiges an Wind im Angebot. Bevor wir am Hafen sind ist der Regen auch schon wieder durch, so dass wir trocken anlegen können. Wenn man denn einen Platz findet. Der Hafen hat viele Dauerlieger, die sich bei Abwesenheit abmelden sollten, damit der Platz an Tagesgäste vergeben werden kann. Das klappt wohl nicht immer. Dazu kann ein bestimmtes Kontingent an Plätzen online gebucht werden (mit Aufpreis von 10 % wie wir hörten) und wir sind jetzt nun mal in der Hochsaison, entsprechend sind hier viele Boote unterwegs.

Unser Plan, für guten WLAN-Empfang möglichst einen Platz in der Nähe des Hafenmeister-Haus zu finden, wird schon mal nicht aufgehen, wir können froh sein, wenn wir überhaupt einen Platz finden. Noch während wir suchen, fährt eine Hanse-Yacht aus einer Box wieder raus. Der Platz war ihr zu klein, nebenan lag eine Comfortina 35. Naja, wenn sie meint, wir passen da locker rein! Schnell angelegt, Schiff klariert, kurz mit den Nachbarn geschnackt und dann erst mal Schlange gestanden beim Hafenmeister zum Anmelden. Das System hier ist noch ein wenig verbesserungsfähig, wobei das auch das einzige Manko am Hafen ist. Wenn man erstmal einen Platz hat, wird man den auch nicht so schnell wieder los, verlängern geht wohl immer. Es sei denn, der Dauerlieger kommt wieder und möchte seinen Platz zurück. Oder irgendwas anderes 😉
Der obligatorische Weg zum Strand war dann am Abend auch noch drin, ebenso eine kurze Runde über die Promenade und in die Fußgängerzone des Ostteils der Stadt.

Ein ziemlich gelungener Tag! Daran konnte auch die Beschallung mit Live-Musik von der Promenade nichts ändern, auch wenn die Mischung teilweise etwas gewöhnungsbedürftig war.
Mal sehen, wann wir von hier weiterkommen, die Wetterdaten verheißen im Moment nichts Gutes für die nächsten Tage. Am Abend bekommen wir noch Besuch am Steg: Kurz nach uns hatte ein Stück weiter am gleichen Steg ebenfalls eine Ballad angelegt. Hildegard und Christopher stellen sich kurz bei uns vor – ein weiteres Mitglied aus der Klassenvereinigung Ballad Klub e.V. aus Berlin. Damit haben wir also ein spontanes Reviertreffen gehabt mit 66% Beteiligung aller in der Klassenvereinigung organisierten Berliner Balladen. Ganz ohne große Terminfindung, Vorbereitungszeit und Abstimmungsproblemen. Dafür mit Live-Musik.

Wetterdaten, 27. Juli 2017
Wind: 3-5 Bft.
Windrichtung: SW
Bewölkung: 2/4 – 3/4
Welle: 0,0 – 0,4
Reisedaten, 27. Juli 2017
Ablegen: 10:15 Uhr
Anlegen: 13:30 Uhr
Ausgangsort: Warnemünde Hohe Düne
Zielort: Kühlungsborn
Entfernung unter Motor: 3 sm
Entfernung unter Segeln: 10 sm
Gesamtentfernung: 13 m
Reiseentfernung (davon segelnd): 356 sm (165 sm)

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