Leaving Moskito-Island

Einen Tag später als geplant, sind wir nun endlich wieder zurück bei minerva und wollen uns auf den Weg machen. Bei der gestrigen Ankunft schon die erste böse Überraschung. Der Hafen ist voll – nicht nur voller Schiffe, nein, auch Unmengen an Mücken haben sich hier breit gemacht. Am Sonntag morgen machen wir uns mit jeweils unzähligen neuen Mückenstichen auf den Weg. Thomas konnte das Mückenbattle mit insgesamt 69 Einstichen dabei recht souverän vor Eva mit 33 Einstichen für sich entscheiden. Der Wind soll nicht zu stark werden, aber so ungünstig stehen, dass der Weg über die Ostsee nach Peenemünde knapp 40 Meilen lang wäre. Also nehmen wir den Weg über das Haff – das dauert am Ende zwar ein paar Tage länger, ermöglicht aber die bevorzugten kurzen Schläge.

Früh legen wir ab und machen uns auf den Weg. Unser Tagesziel soll Mönkebude sein, dort wollen im Laufe des Tages auch Kai und Andy mit der Jette aus unserem Heimatverein eintreffen. In der Swine kommt zunächst ein großer Schleppverband recht schnell von hinten an uns heran. Gut durchgeschüttelt von Bug- und Heckwelle verlassen wir Swinemünde und freuen uns schon auf das Segeln. Doch irgendetwas passt nicht. Die Windrichtung will nicht so ganz zur Vorhersage passen und scheint wesentlich westlicher als angekündigt zu sein. Am Ausgang der Swine werden trotzdem die Segel gesetzt und die erste Ansteuerungstonne angefahren, doch statt dem erwarteten Halbwind-Kurs liegt ein Kurs hoch am Wind an. Der Eindruck bestätigt sich, der Wind kommt aus West statt Nordwest. Nach der ersten Wende merken wir schon, dass der Kurs nicht passt und bei wenig und leider leicht drehendem Wind entscheiden wir uns nach ein paar Wenden dazu, durch den Bereich zwischen den zwei flachen Landhaken im Grenzbereich zu motoren. Wieder in deutschen Gewässern segeln wir weiter bei gemütlichen zwei Windstärken – leider auf einem Anwindkurs nach Nordwest anstatt auf dem schönen Anlieger nach West-Südwest. Es wird klar: Das dauert heute länger.
Alle Segler sagen so schön: Auf dem Haff kannst du nicht segeln. Fiese Welle, immer viel Wind…. heute eher nicht. Nicht, dass wir auf eine fiese Welle aus waren, aber etwas mehr Wind wäre schön gewesen. Denn auf der Höhe von Kamminke passiert das, was wir nicht wollten: Flaute. Jetzt dümpeln wir also mit weniger als einem Knoten Fahrt im Schiff unserem Ziel entgegen. Also: Wieder Motor starten und direkten Kurs auf Mönkebude nehmen. Nach einer dreiviertel Stunde setzt der Wind zum Glück wieder ein und kam sogar aus Nord, später aus Ost, so dass wir wunderbar auf Halbwind- bzw. Raumschot-Kurs unser Ziel erreichen konnten. Wir ergattern einen schönen Liegeplatz mit Blick auf das Haff zwei Boxen neben der Jette.
Kurz nach dem Anlegen treffen wir Kai und Andy. Es gibt einen kurzen Erfahrungsaustausch über den aktuellen Segeltag, der auf beiden Seiten mit wesentlich mehr Motorfahrt und längerer Zeit als vorgesehen verlief. Damit wir uns die Beine vertreten konnten und Paul auch noch auf seine Kosten mit optischer Abwechslung kam, erkundeten wir das kleine Örtchen Mönkebude am Abend noch zu Fuß auf einer großen Runde inkl. Strandbesuch mit Muschelsuche.
In den nächsten Tagen wartet der Peenestrom auf uns – vermutlich in Etappen um auch etwas von der Landschaft zu sehen und nicht nur die Zeit auf dem Boot zu verbringen.
Wetterdaten,  09. Juli 2017
Wind: 0-2 Bft.
Windrichtung: W
Bewölkung: 1/4
Welle: 0,1
Reisedaten, 09. Juli 2017
Ablegen: 09:20 Uhr
Anlegen: 16:50 Uhr
Ausgangsort: Marina Swinoujscie
Zielort: Mönkebude
Entfernung unter Motor: 13 sm
Entfernung unter Segeln: 12 sm
Gesamtentfernung: 25 sm
Reiseentfernung (davon segelnd): 158 sm (25 sm)

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