Holy Harbour – Brasilien – Kalifornien – Laboe

Nach einigen wunderschönen Tagen in Heiligenhafen war endlich mal wieder Segelwetter angesagt und es wurde für uns sofort international, denn an der Küste zogen Brasilien und Kalifornien vorbei. Und dabei haben wir die Ostsee nicht verlassen. Es war wirklich sehr schön bei der Seglervereinigung Heiligenhafen, aber ewig wollten wir dort nicht bleiben. Nachdem wir inzwischen Heiligenhafen gut kannten und auch mehrere Ausflüge nach Fehmarn (Puttgarden – ok, lohnte nicht), Burg und Burgstaaken (hier gibt es ein Seenotrettungsmuseum) unternommen hatten, war es schön, endlich mal wieder weiter zu kommen und neue Ecken der Ostsee kennenzulernen.

Endlich mal wieder ging es früh raus, so dass wir um 6.30 Uhr den Hafen verlassen konnten. Noch im Vorhafen (dem Kommunalhafen) konnten wir das Großsegel setzen, denn der Wind kam noch aus Süden, so dass wir auf Halb-Wind-Kurs uns den Weg durch das Fahrwasser von Heiligenhafen suchten und den Sonnenaufgang über Fehmarn bewundern konnten. Vorbei an der Steilküste Heiligenhafens ging es dann in westliche Richtung bei zunehmend anluvendem Wind in Richtung Kieler Förde. Zum Glück sind auch in Schleswig-Holstein noch Ferien, so dass auch der Betrieb bei der Marine stark eingeschränkt ist und die beiden Schießgebiete Todendorf und Putlos nicht in Benutzung sind. Auf Höhe der Hohwachter Bucht nahm der Wind wie erwartet zu, so dass wir ein wenig die Landabdeckung suchten, denn die Wellen kamen zunehmend in unseren Grenzbereich. Zum Ausweichen stände noch der Hafen Lippe zur Verfügung, aber das Wetter soll die nächsten Tage wieder schlechter werden – da ist Lippe nicht der Traumhafen, haben wir mehrfach gehört.

Nach vielen Meilen entlang der Steilküste tauchten die nächsten Siedlungen an der Küste auf. Schönfelder Sand und die Ortsteile Brasilien und Kalifornien. Kurz darauf Wendtorf – inzwischen knabbern wir hoch am Wind, denn vor der Kieler Förde sind einige Sperrgebiete und wir laufen genau auf eins zu, wenn wir nicht die mögliche Höhe voll ausnutzen. Eigentlich Wahnsinn – auf unserem Heimatrevier gehören 25 Wenden zu einem 2-Stunden-Ausflug durchaus dazu. Hier kommt man quasi ohne Manöver aus. Ich sollte einmal eine Statistik erstellen, wie viele Tage ohne Wenden / Halsen wir eigentlich hatten. Es gelingt uns, das Sperrgebiet knapp eine halbe Meile nördlich von uns liegen zu lassen.

Über Funk hören wir von einem Segler, der ca. 10 km nördlich von uns Probleme mit seinem Schiff hat. Für uns zu weit weg, aber kurz danach fährt der Seenotkreuzer „Berlin“ vor uns lang und macht sich auf den Weg zum Harvaristen.

Die Kieler Förde erinnert wieder ein wenig an die Havel. Es ist voll. Segler, Motorboote und  Berufsschifffahrt (nur ein paar Nummern größer) und Flachstellen neben dem Fahrwasser kommen hier zusammen. Ca. 2 Meilen vor Laboe ziehen wir die Segel rein – es ist uns gerade etwas zu wuselig und wir können die großen Pötte noch nicht so richtig einschätzen. Außerdem müssen wir uns orientieren und nach einem recht langen Segeltag muss es jetzt nicht sein, dass wir einen dummen Fehler machen, nur weil es hektisch wird. Wir stellen fest, dass wir sehr gut unterwegs waren, denn wir sind fast zwei Stunden früher als geplant in der Förde. Das GPS bestätigt später unseren Eindruck: 7,8 Knoten Maximalgeschwindigkeit unter Segeln 🙂

In Laboe machen wir im Stadthafen fest und freuen uns auf ein paar schöne Tage. Wir wollen hier ein wenig das Umland erkunden und auch einmal nach Kiel reinfahren. Außerdem muss Eva mit Paul, der mal wieder den ganzen Tag schaukelnderweise geschlafen hat, am Wochenende nach Berlin zurück, weil am Montag zwei Arzt-Termine anstehen. Wir suchen also noch nach einem geeigneten Ausgangshafen, wenn wir nicht mehr als eine Woche in Kiel verbringen wollen. Aber noch haben wir bis dahin etwas Zeit. So langsam werden wir uns dann auch einmal an die Planung des Rückweges machen und verschiedene Alternativen abstecken. Die Halbzeit ist überschritten, irgendwann will Berlin uns auch mal wiederhaben…

Wetterdaten, 07. August 2017
Wind: 3-4 Bft.
Windrichtung: S-SW
Bewölkung: 2/4
Welle: 0,5
Reisedaten, 07. August 2017
Ablegen: 06:30 Uhr
Anlegen: 14:20 Uhr
Ausgangsort: Heiligenhafen, SVH-SSCH
Zielort: Laboe Yachthafen
Entfernung unter Motor: 2 sm
Entfernung unter Segeln: 33sm
Gesamtentfernung: 35 m
Reiseentfernung (davon segelnd): 430 sm (225 sm)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.