Wie auf heißen Kohlen

Die Prognosen für heute Mittag sehen gut aus, endlich soll der Wind schwächer werden. Heiligenhafen ist zwar ganz nett, insbesondere beim SVH kann man es sehr gut aushalten, aber zum einen soll unser Liegeplatzinhaber heute wieder eintreffen (er hatte beim Hafenmeister angerufen, dass er frühzeitig wieder eintrifft – wie schon so viele diesen sog. „Sommer„) und zum anderen hatten wir ja auf dem Hinweg schon ausreichend Gelegenheit, den Ort zu erkunden.

Am Vorabend hatten wir noch Gäste am Boot. Eine Schwanenfamilie mit 5 Jungtieren kam durch den Hafen geschwommen und wollte just an unserem Boot vorbei wieder raus. Aber wir zwei (Paul war schon im Bett) waren im Cockpit sitzend doch nicht so ganz geheuer, sie haben dann doch lieber einen anderen Weg genommen.

Auf meine Frage zu einem Kameraden des SVH, ob hier denn öfter eine Schwanenfamilie durch den Hafen schwimmt, kam nur ein typisch norddeutsches: Ne, normal nicht, heute schon! zurück. Smalltalk auf Norddeutsch 😉

Vormittags hieß es nun warten auf weniger Wind und einhergehend weniger Welle. Vermutlich hat sich unsere Warteschleife auf Paul übertragen, der nicht in sein Vormittagsschläfchen finden konnte und entsprechend rumgenörgelt hat. Kurzerhand haben wir ihm dann einmal auf den Stegen in der SVH noch alle weiteren Boote gezeigt, was nichts geholfen hat. Erst die endgültig letzte Runde durch Heiligenhafen im Tuch eingebunden hat dann nach ca. 100 Metern den Schlafsand gebracht, so dass wir dann um viertel nach eins mit einem halbwegs ausgeschlafenen Baby endlich los konnten.

Schnell im Hafenbecken noch die gereffte Genua gesetzt und zumindest bis nach den Untiefen direkt am Fahrwasser den Motor mitlaufen lassen zur Sicherheit, dann konnte es endlich unter Segeln losgehen. Bis zur Fehmarnsund-Brücke war auch ordentlich Welle auf dem Wasser, allerdings hatten wir das Glück, dass sie uns nicht komplett seitlich erwischt hat, sondern mehr von vorne. Im Fahrwasser des Fehmarnsunds konnten wir dann abfallen und hatten die Welle von hinten. So lässt man sich doch gerne schieben!

Hinter der Brücke dann wie erhofft sehr ruhiges Wasser. Dazu angenehme Windstärken, so kann man es aushalten. Hätten wir die Bedingungen schon früh morgens gehabt, wären wir vermutlich bis nach Grömitz oder Neustadt gefahren, so haben wir es zumindest „ums Eck“ bis nach Großenbrode geschafft. Der Wind ist hierbei so viel ruhiger, dass wir sogar ein Stück mehr von der Genua ausrollen und jetzt mit ca. 2/3 der Fläche fahren.

Dort wollten wir eigentlich in das Wassersportzentrum, das direkt neben der Yachtwerft Klemens liegt. Beim Einbiegen in den Binnensee dort reicht uns aber ein Blick, um uns für die Werft zu entscheiden: Das Wassersportzentrum wird entweder nur von Mobos genutzt, oder aber ist nicht sehr beliebt, ganz im Gegensatz zur Werft, wo man zahlreiche Spargel sieht. Wir wollen ohnehin nur für eine Nacht bleiben, dann testen wir mal die Anlagen der Werft. Außerdem wird es schon einen Grund haben, warum am kommenden Samstag sich die Ostseesegler der Klassenvereinigung hier treffen wollen. Eine gute Idee, denn auch hier haben wir es mit einer Full-Service Marina zu tun, die keine Wünsche offen lässt. Eine weitere Ballad haben wir auch noch gesehen, Baunummer 65, also ein sehr frühes Modell 🙂

Wir drehen noch eine obligatorische Runde durch den Ort, den wir eigentlich schon kennen von unserem Ausflug nach Fehmarn, und gehen früh schlafen, denn morgen soll es früh in Richtung Travemünde weitergehen.

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