Zurück im Osten

Nach zwei Tagen in Travemünde ging es für uns heute weiter. Die Zeit neigt sich dem Ende und wir haben nur noch knapp einen Monat, bis wir wieder in Berlin sein wollen. Im Gegensatz zum Hinweg, bei dem wir von Kühlungsborn direkt nach Fehmarn gefahren sind, haben wir uns für den Rückweg vorgenommen, die Lübecker und die Mecklenburger Bucht zu besuchen. Nach Lübeck steht also nun Wismar auf dem Programm. Wenn uns der Wind denn lässt…

Zur angestrebten Ablegezeit ärgern uns mal wieder zwei Dinge: Regen und Windstille. Also noch einmal eine Runde auf’s Ohr legen und weiterschlafen. Vielleicht sieht die Trave in einer Stunde ja schon anders aus. Genauso sollte es dann auch sein – Sonne, Windstärke 2 aus Südwest – noch Fragen? Klar zum Ablegen und auf nach Wismar. Am Skandinavienkai qualmen schon die Schornsteine einer Fähre. Ich überlege kurz, ob ich bei Trave Traffic nachfragen soll, ob bekannt ist, wann die Fähre ablegen wird, entscheide mich dann aber dagegen. Eigentlich ist die Trave breit genug für uns beide und ich kann zur Not noch den Motor anwerfen. Also: Leinen los und direkt vor dem Hafen die Genua rausziehen.

Wir schieben uns vor dem Wind durch die morgendliche Trave. Rund herum erwacht langsam alles zum Leben und kurz bevor wir die Passat erreichen meldet sich die TTLine-Fähre ablegebereit. Es ist die Nils Holgerson – die Fähre mit der vor 6 Jahren der Grundstein gelegt wurde, dass wir jetzt hier sind. Mit der Nils Holgerson sind wir Anfang August 2011 von Travemünde nach Trelleborg gefahren – in unsere Flitterwochen mit dem Wohnmobil. Also der Urlaub, in dem wir die hübschen Segelboote in den schwedischen Häfen gesehen und uns vorgenommen haben, auch mit dem Segeln anzufangen.

Die eigentliche Fahrt war recht unspektakulär. Vor dem Wind und am halben Wind schoben wir uns in die Wismar-Bucht. Zwischendurch mit zunehmender Welle von hinten, so dass ein wenig seglerisches Geschick gefordert war. Dazu kam, dass Paul heute aufgrund von nicht schlafen wollen einen Quengel-Tag erwischt hat und die ganze Zeit auf einem von uns wohnen wollte, so dass lediglich Einhand-Segeln möglich war. Im Hafen gab es dann eine Premiere. Da Paul partout nicht alleine unten bleiben wollte, ohne die halbe Ostsee zusammenzubrüllen, haben wir uns aufgrund der sehr ruhigen Verhältnisse dazu entschlossen, ihn erstmalig beim Anlegen ein wenig näher zu holen. Im MaxiCosi auf dem Cockpitboden konnte er das Anlegemanöver verfolgen. Und fand das spannend. Denn sobald er im MaxiCosi war und mich sehen konnte, musste er auch nicht mehr auf einem von uns wohnen und wir konnten ganz entspannt im Westhafen in der Nähe der Altstadt anlegen.

Wir drehten noch eine Runde durch Wismar und sahen bei unserer Rückkehr, dass im Stadthafen nebenan die Albin Ballad „Sternchen“ festgemacht hat. Eigentlich sollte an diesem Wochenende Reviertreffen Ostsee in Großenbrode sein, aber aufgrund mangelnder Teilnehmer wurde es abgesagt. So verteilen sich die Balladen auch an diesem Wochenende in der Ostsee. Morgen schauen wir, was Wismar zu bieten hat.

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